Bergfest

Es ist viel passiert in der ersten Jahreshälfte, das ist mir erst so richtig aufgefallen, als ich diesen Blogbeitrag vorbereitet habe. Da ich leider mal wieder versäumt habe, regelmäßig zu bloggen, kommt jetzt alles geballt auf einmal.

Das Jahr begann mit hehren Plänen. Für mein neues Selfpublishing-Abenteuer wollte ich eine Gay-Romance-Reihe schreiben. Im Januar fing ich daher an, Sandherzen I zu schreiben, Ein Strandhaus für zwei. Trotz der Unterbrechung im Februar konnte ich das Werk dank meiner superschnellen Betaleserinnen und der genialen Coverdesignerin, die meine Vorstellungen richtig klasse umgesetzt hat Anfang April veröffentlichen und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

http://cover-fuer-dich.de/

Ebenfalls Anfang des Jahres habe ich meine erste Dystopie Crash überarbeitet und an Dead Soft geschickt. Nach einem guten Lektorat im April ist der Roman Anfang Juli veröffentlicht worden.
Sturmfalken II, Gefährliche Gaben, habe ich auch überarbeitet und an Dead Soft geschickt. Da warte ich auf das Lektorat.

Nach der Sommerromanze hatte ich Lust auf Fantasy und habe Wasserstein und Wolkenbruch geschrieben. Mal kein Danu-Roman. Die Rohfassung habe ich im Juni beendet. Die ruht erst mal.

Im April war ich in Mainz bei Queer gelesen und hatte zwei Lesungen. Es war schön, ein paar Bekannte zu treffen. Und überhaupt. Ich sag nur Badeuschi. 

Im Irlandurlaub habe ich mich tatsächlich mal an einen Kurzgeschichte gewagt: Coming home. Naja, was soll ich sagen, eigentlich schreibe ich keine Kurzgeschichten, aber es hat zwei Mal geregnet. Und ich hatte so einen schönen alten Sekretär im Zimmer (den Tisch, nicht den Menschen). Außerdem habe ich einen tollen Regenbogen gesehen, und die Geschichte war ja für die Regenbogen-Anthologie des Traumtänzer Verlags. Zu meiner großen Freude (und Überraschung) wurde sie angenommen.

Ebenfalls in Irland wollte ich Das Lied des Jägers überarbeiten. Habe ich aber nicht mal angefangen. Dafür habe ich die Überarbeitung zügig im Juni geschafft. Die Version liegt bei drei Betaleserinnen.

Kurz vor Irland habe ich noch Der Flug des Papageientauchers an Ullstein Forever verkauft, nur um zwei Wochen später zu erfahren, dass ich damit den zweiten Platz des books2read-Wettbewerbs gemacht habe. Merkwürdig, 8 Wochen nach der Verkündung der Gewinnerin. Eine Veröffentlichung dort war da nicht mehr möglich, aber ich habe einen Tolino als Gewinn bekommen. Auch schön.
Lektorat ist beendet, Fluchi wurde umgetauft in "Das Glück ist einen Flügelschlag entfernt", das Cover ist fertig (und zeigt zufällig einen meiner Lieblingsort in Irland) und die Veröffentlichung ist für August geplant.

Außerdem bin ich jetzt "Schwester" im Nornennetz und bin gespannt, was daraus wird. Zur Zeit fühle ich mich von diesem Discord-Dingen ziemlich überfordert. Die meisten Unterhaltungen laufen leider, wenn ich arbeite. Bis ich mich nach Feierabend da durch alle Beiträge gewühlt habe, ist schon wieder Schlafenszeit. Ich würde mich gerne mehr einbringen, habe aber für mich noch keine praktikable Lösung gefunden.Daran muss ich noch arbeiten. Mehr über das Nornennetz: http://nornennetz.aeom.de/

Für die Sandherzen-Reihe habe ich mich bei Snipsl angemeldet. Zur Zeit kann jeder, der Lust hat, live die Entstehung von "Buddycheck" verfolgen. Ich freue mich über Mitleser und Kommentare. Gerne auch Anregungen und Wünsche, denn die Geschichte ist ja noch nicht fertig.

Die Snipsl-App kostet nichts: http://www.snipslmedia.de/startseite/

Aus meinen beiden Reisen nach Thailand und Irland habe ich viel Kraft gezogen und besonders in Thailand neue Erkenntnisse gewonnen, die sich auch auf mein Verhältnis zum Schreiben auswirken. Nachzulesen im letzten Blogbeitrag "Schreiben wie Urlaub".

Zusammenfassung:
Veröffentlichungen: 2
Beendete Rohfassungen: 2 (davon eine überarbeitet und veröffentlicht)
Überarbeitungen: 4 (davon 2 veröffentlicht)
Lektorate: 2
unterschriebene Verlagsverträge: 2
Kurzgeschichten: 1
getrunkene Bier: einige, davon viele frischgezapfte Smithwicks
gelaufene Kilometer: erfreulich viele, davon einige am Strand. 
Spaßfaktor: hoch

Einen richtigen Berg habe ich auch bestiegen, den Croagh Patrick in Irland. Es war sehr windig, und die Aussicht grandios.

Vor den Fotos noch die weiteren Aussichten:

- Im Moment schreibe ich mehr oder weniger eifrig an Sandherzen II, Arbeitstitel Buddycheck - Ein Taucher zum Verlieben. Seit heute auch wieder bei Snipsl. Veröffentlichung ist für September geplant.
- Ich habe eine Idee für den NaNo, an der ich noch herumträumen werde. Traditionell ist es wieder eine Danu-Geschichte.
- Für den Jägermeister werde ich einen Verlag suchen oder selfpublishen, evtl. mit BoD.
- Zwischen Sandherzen und NaNo schreibe ich evtl. die Fortsetzung vom Wasserstein.
- Im September mache ich eine Woche Wanderurlaub in Schottland (Gruppenreise! Oje ...) und werde auf dem Hinweg einen kurzen Abstecher nach Amsterdam unternehmen, da war ich nämlich noch nie, obwohl es ja gar nicht weit weg ist.
- Ende Oktober plane ich ein paar Tage auf einer Nordseeinsel, zur Erholung und NaNo-Vorbereitung.
- Auf die BuchBerlin würde ich ganz gerne, finde aber die Zimmer im Estrel unverschämt teuer.

Schreiben wie Urlaub

Hier war es längere Zeit ruhig, und das hat einen sehr schönen Grund. Ich bin nämlich drei Wochen durch Thailand gereist. Wie nötig ich den Urlaub hatte, hab ich erst gemerkt, als er schon halb vorbei war. Ich habe jede Sekunde genossen. Ein richtiger Traumurlaub, für den ich sehr dankbar bin.

Und ich habe einige Erkenntnisse über das Schreiben und was damit zusammenhängt gewonnen.

In letzter Zeit habe ich mich viel zu sehr unter Druck gesetzt. Ich wollte mehr schreiben, besser schreiben, mehr Leser, mehr Marketing. Ich habe versucht, in der kurzen Zeit, die mir täglich für alles rund ums Schreiben bleibt, ein Pensum zu schaffen, das selbst für viele Berufsautoren zu hoch sein dürfte. Warum?

Weil ich aus den Augen verloren hatte, was ich wirklich möchte und was mich glücklich macht. Ich habe mich zu sehr davon mitreißen lassen, was andere erreichen und wollen und können. Was "man" als Autorin eben so machen soll. Ständig fühlte ich mich unzulänglich. Nicht gut genug. Immer schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht genug anstrengte, nicht genug erreichte, einfach zu schlecht war in meinen Augen.

Als ich so zufrieden in der Hängematte lag, wunschlos glücklich, Blick aufs Meer, musste ich überhaupt nichts tun. Ich war einfach nur da und es fühlte sich großartig an.

 

Da fiel mir auf: Ich muss überhaupt nicht nach all dem streben, was als Autorin vermeintlich so üblich ist. Denn ich brauche das nicht.

 

Ich habe das Glück, nicht vom Schreiben leben zu müssen. Ich kann mir den Luxus gönnen, nur das zu schreiben und zu veröffentlichen, was ich will. Mit Verlag oder ohne, das liegt allein in meiner Hand. Ich entscheide es und es hängt nichts davon ab. Auch wenn ich nur noch Flops serviere, passiert nichts Weltbewegendes. Ich kann trotzdem weiter entspannt und glücklich sein und weiterschreiben. Niemand wird mich dafür köpfen.

Schlimmstenfalls würden die Leser meckern und miese Rezensionen schreiben. Naja. Okay. Damit kann ich leben. Ein paar Lesern wird es schon gefallen. Ich bin davon nicht abhängig. Zuallererst muss es mir gefallen, das ist das Wichtigste und das kann mir niemand nehmen. Ich brauche mir den Stress und den Ärger mit Großverlagen und Agenturen nicht anzutun. Warum sollte ich?
Natürlich fallen mir da jetzt schon einige Gründe ein (die Weltherrschaft erlangen, stinkreich werden, tausende begeisterte Leser erreichen etc.), aber das will ich alles gar nicht. Also warum der Stress?

In Zukunft werde ich es so machen:

- Ich veröffentliche weiter beim Dead Soft Verlag. Da fühle ich mich wohl.


- Meine kurzen Romane veröffentliche ich selbst. Zum Beispiel meine Sommerromanzen-Reihe. Das ist eine schöne Abwechslung. Es muss nicht perfekt sein. Ich bin auch nicht perfekt. Ich bin ein Mensch und mache Fehler. Nicht schlimm. Gehört zum Leben.

- Kein Marketingstress. Es macht mir Spaß, Bilder bei Instagram und FB zu posten und mal zu bloggen oder auch mal was zu verlosen. Mach ich alles spontan und planlos und nach Lust und Laune. Warum auch nicht? Es ist meine Freizeit und soll vor allem mir Spaß machen, und wenn andere auch noch Freude dran haben, ist das schön. Wenn ich Lust auf Leserunde habe, mache ich eine. Wenn nicht, dann nicht. Niemand zwingt mich dazu. Ich kann alles selbst entscheiden.

- Ich schreibe, worauf ich Lust habe. Es muss nicht tiefgreifend und stilistisch ausgefeilt und originell und supergut sein. Ich schreibe eben so, wie ich es kann. Es ist gut genug. Ich habe Freude daran, zu lernen und mich zu verbessern. Aber ich bin jetzt auch schon gut. Perfekt oder besser als alle anderen werde ich nie sein und muss es auch nicht. Was für eine Erleichterung. 

So wird es also in Zukunft laufen. Bis jetzt fühle ich mich sehr gut damit.
 

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Schritt für Schritt

„Jippieh, nächstes Wochenende schreibe ich die letzten fünf Kapitel von meinem neuen Roman. Nächsten Mittwoch könnt ihr ihn kaufen.“

Das werdet ihr wohl niemals von mir lesen können.

 

Jede Autorin* hat ihre eigene Art, zu schreiben. Ihren ganz persönlichen Rhythmus. Und der kann auch noch von Roman zu Roman schwanken.
Ich schreibe zwar recht zügig die Rohfassungen meiner Romane, trotzdem kann ich nicht im Monatstakt Bücher veröffentlichen. Anfang Dezember 2016 habe ich zum Beispiel den First Draft von „Das Lied des Jägers“ beendet. Das heißt aber nicht, dass ihr den Roman nächste Woche lesen könnt. Auch nicht nächsten Monat. Ende des Jahres ist da schon wahrscheinlicher, es könnte aber auch nächstes Jahr werden.

 

Es gibt sicher Autorinnen, die gleich druckreif schreiben und wenige Tage, nachdem sie „Ende“ unter ihr Manuskript gesetzt haben, zur Veröffentlichung schreiten können. Ich gehöre nicht dazu.

 

So sieht der Weg von der ersten Fassung bis zur Veröffentlichung bei mir aus:

 

-          Die Rohfassung lasse ich erst mal liegen, mindestens vier Wochen.

-          Dann überarbeite ich sie und schicke sie an Betaleserinnen. Die brauchen Zeit zum Lesen und Kommentieren.

-          Anhand der Anmerkungen überarbeite ich das Manuskript noch einige Male. Da ich „nebenbei“ einen 41-Stunden-Job habe, geht das auch nicht von heute auf morgen.

-          Zum Schluss lese ich die vorläufige Endfassung auf dem E-Book-Reader und finde immer noch etwas, das ich ändern möchte.

-          Danach geht es auf Verlagssuche. Mit Glück hat ein Verlag Interesse am Manuskript.

-          Das Lektorat nimmt Zeit in Anspruch und das Warten auf einen freien Veröffentlichungsplatz ebenfalls. Da brauche ich schon viel Geduld.

 

Das nur mal als Erklärung, warum ich hier ab und zu fröhlich verkünde, einen Roman beendet zu haben, und ihr ihn trotzdem nicht schon in der folgenden Woche lesen könnt.

 

"Jippieh, die Rohfassung ist fertig. Ich bitte dann mal um Geduld."  :-)

 

*Ich verwende die weibliche Form. Es dürfen sich alle angesprochen fühlen.

 

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Jahresrückblick

Dieses Jahr bin ich besonders dankbar dafür, dass ich wieder joggen kann. Nach dem Unfall und zwei Knieoperationen letztes Jahr hatte ich nicht zu hoffen gewagt, dass ich jetzt wieder eine Stunde lang gemütlich und vor allem schmerzfrei durch den Wald traben kann.

Was das mit Schreiben zu tun hat?

- Beim Joggen habe ich die besten Ideen.

- Plotten kann ich besonders gut, wenn ich durch den Wald oder die Felder laufe.

- Wenn ich laufe, kann ich einzelne Szenen, die ich später schreiben möchte, wie einen Film betrachten (mit Ton).

- Laufen macht mich glücklich, wach und entspannt, und so schreibe ich am liebsten.

 

Und nun zur Statistik:

Veröffentlichungen:

Februar: Die Sturmfalken von Olbian

Dezember: Die Fährte der Wandler

Das sind zwei meiner geliebten Danu-Romane, das heißt, die Geschichten spielen in meiner Fantasywelt Danu. Die Fährte der Wandler ist mit knapp 700 Seiten ein richtiger Wälzer geworden. Ich mag alle meine Romane, aber diese beiden liegen mir besonders am Herzen.

Außerdem findet ihr meine Kurzgeschichte "Anam Cara" in der Benefiz-Anthologie "Like a dream", die im Oktober erschienen ist.

 

Geschriebene Rohfassungen:

- Blue Sky (Western), ca. 80.000 Wörter, 318 Normseiten

Die Sträflinge Blue und Sky tauschen die Rollen. Was zunächst wie eine gute Idee erscheint, um Blues Leben zu retten, entpuppt sich rasch als der Beginn einer Katastrophe, denn im Gegensatz zu dem wilden Sky hat der scheue Blue als gelernter Koch keine Ahnung von Pferden. Und die braucht er, um die Täuschung aufrecht zu erhalten ...

Mein Liebling in diesem Roman ist das Pferd mit dem klangvollen Namen "Fuckin Shit".

 

- Crash (Dystopie), ca. 70.000 Wörter, 258 Normseiten

In einer verseuchten Zukunftswelt kämpft Crash ums Überleben. Um die Medikamente für seinen kranken Bruder bezahlen zu können, nimmt er an illegalen Autorennen teil. Als der geheimnisvolle "Mechaniker" ihm ein Angebot macht, das er nicht ablehnen kann, rückt sein Traum von einem besseren Leben in greifbare Nähe, bis er erkennt, dass er nur das Bauernopfer in einer politischen Intrige sein soll. Doch da spielt er nicht mit. Er nimmt den Kampf auf, obwohl er dafür seine Liebe verraten muss.

 

- Der Gebannte von Ibea (Fantasy), ca. 100.000 Wörter, 365 Normseiten

Diese Geschichte führte mich nach Danu, diesmal in ein neues Land, das zum großen Teil von Wüste bedeckt ist. Heiler Cerim wird in die Wüste verschleppt, um die todkranke Ehefrau des Sandfürsten zu retten. Gegen seinen Willen findet er Gefallen an dem gar nicht so rückständigen Wüstenvolk, und als er feststellt, dass jemand der vermeintlich Kranken nach dem Leben trachtet, erhält er unerwartet Hilfe vom Hauptmann der Oasenwache. Die ungleichen Männer raufen sich zusammen, um den schurkischen Plan zu vereiteln.

 

- Das Lied des Jägers (Urban Fantasy), ca. 90.000 Wörter, 334 Normseiten

Der Danuroman spielt in Irland. Mehr dazu findet ihr in der Extrarubrik auf dieser Seite.

 

2017 habe ich also genug Material zum Überarbeiten. Besonders freue ich mich auf  "Das Lied des Jägers". Einige der Schauplätze werde ich im Mai erneut besuchen. Dann kann ich hoffentlich auch herausfinden, von welchem Strand aus man die Brücke von Dunluce Castle sehen kann. Das ist wirklich ein plotrelevantes Detail, und ja, zugegeben, die Recherche dazu bietet mir die Gelegenheit, ausgiebig die Strände der Antrim Coast zu genießen.

 

Aber das ist schon der Ausblick auf das nächste Jahr, und damit komme ich auch zu einer Ankündigung, die bestimmt einige von euch freuen wird:

 

 

Vor einigen Tagen habe ich die Überarbeitung von "Gefährliche Gaben" (Arbeitstitel) abgeschlossen.

Bei dem Roman handelt es sich um den Folgeband von "Die Sturmfalken von Olbian". Die Handlung geht nahtlos am Ende der Sturmfalken weiter: Kaylin will bei den Sidhe D'Altan mehr über ihre Gabe erfahren, findet sich jedoch schon bald gemeinsam mit Freund Thore auf einer Rettungsmission: Ein Dorf wird angeblich von einem schafereißenden Wolf bedroht. Wie sich bald herausstellt, droht die wahre Gefahr von einer sektenähnlichen Gruppe, die sich "Die Reinblütigen" nennt. Gleichzeitig macht sich Thores Bruder mit einer Armee Norrländer auf in die Steppe, um den berühmten Hammer seiner Vorfahren von den Sidhe D'Enai zurückzuerobern.
Ein sozialphobischer Wolfswandler, ein ängstlicher Musiker, Kaylin und Thore mal wieder im Beziehungsstress, Jawed in der Steppe auf dem Weg vom scheuen Reh zum wilden Kämpfer, Feuersbrünste, ein Lynchmob, Weltentore und natürlich viel Bier: der typische Danu-Roman.

"Gefährliche Gaben" liegt zur Zeit bei den Betalesern. Wenn ich ihre Rückmeldungen habe, gibt es einen zweiten Überarbeitungsdurchgang und dann schicke ich das Manuskript an den Verlag.

Zum Abschluss bedanke ich mich bei meinen Autorenkolleginnen und Leserinnen dafür, dass ihr mich durch das Jahr begleitet habt. Mit euren tollen Romanen, von denen ich auch 2016 wieder einige betalesen durfte, und dadurch, dass ihr an meinen Geschichten Spaß hattet, habt ihr mein Schreibjahr zu einer sehr spannenden, bereichernden und inspirierenden Zeit gemacht.

 

Danke ihr Lieben! Ich freu mich auf 2017 und darauf, mit euch in neue Welten zu reisen.

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Vom Fallen und Fliegen

Schönes Autorenleben: Das Buch ist veröffentlicht! Jippieh! Die glückliche Autorin tanzt durch die Wohnung und schnüffelt genüsslich an ihren Belegexemplaren, bevor sie sie stolz jedem zeigt, der nicht rechtzeitig die Flucht ergreift.

 

Ja, das ist bei mir wirklich so, nur dass diese Phase nicht lange anhält. Ein paar Stunden, manchmal sogar einige Tage, doch dann folgt der Sturz ins Bodenlose. 

 

Nach Monaten der Arbeit und Aufregung und Vorfreude folgt da nämlich … nichts. Von Hundert auf Null in einer Sekunde.

 

Da denkt mein Unterbewusstsein offenbar, dass da nun doch noch was Großartiges kommen muss. Und wie es mein Unterbewusstsein so an sich hat, sind die Vorstellungen äußerst diffus. Von Huldigungen in Funk und Fernsehen über tausende von begeisterten Rezensionen,  Angeboten und Anfragen von Großverlagen und Peter Jackson bis zur spontanen Verleihung diverser Preise ist alles drin. Völliger Quatsch, klar.

 

Dagegen ist die Realität ernüchternd. Freunde und Bekannte gratulieren (vielleicht, meist ist es ihnen egal, dass da mal wieder ein Werk von mir erschienen ist), ein bis zwei Rezensionen trudeln ein, für ein paar Tage gurkt der Roman noch in den oberen Zehntausend der Amazon-Charts herum, um allzu bald in die Vergessenheit zu sinken und somit das Schicksal seiner  Vorgänger zu teilen. Ruhe sanft.

 

 

Und obwohl ich das alles vorher wusste, trifft es mich jedes Mal wieder. Eben noch voller hochfliegender Hoffnungen, kurz darauf schon im freien Fall, bereit zur harten Landung in der Realität.

 

Was tun?

 

Ich versuche es so:

 

-Weitermachen. Weiterträumen.

Es gibt noch viele Geschichten, die ich aufschreiben möchte, viele Heldinnen und Helden, die ich begleiten will, viele Länder, die ich in meiner Phantasie bereisen möchte. Also blicke ich nicht zurück, sondern nach vorn. Auf zu neuen Abenteuern!

 

- Meinen Roman nicht aufgeben.

Ist das nicht ein Widerspruch? Nicht unbedingt, wenn ich nicht auf der Stelle trete, sondern auch hier nach vorne strebe und versuche, noch so viel Freude wie möglich mit dem Buch zu haben. Zum Beispiel, indem ich Leserunden veranstalte und die Geschichte ganz neu durch die Augen der Leserinnen erleben kann.  Oder ich lasse Lesezeichen und Postkarten drucken oder nehme Kontakt zu Bloggerinnen auf, die möglicherweise Interesse an dem Roman haben könnten (naja, ich gebe es zu, das fällt mir echt schwer). Alles ist hilfreich, was mir die Begeisterung für den Roman frisch hält.

 

- Mich an dem freuen, was da ist.

Erst mal an dem Roman an sich, an dem Wunder, dass meine Geschichte, von mir erfunden und aufgeschrieben, meine ganz eigene Abenteuerwelt, sich auf zauberhafte Weise nun zwischen zwei Buchdeckeln befindet und jedem offensteht, der sich hineintraut.

Und dann gibt es Rückmeldungen von Leserinnen, die mir das Herz aufgehen lassen. Das müssen ja gar nicht viele sein. Wenn es nur ein oder zwei sind, die diese Geschichte berühren konnte, oder denen sie einfach nur spannende  Lesestunden beschert hat, ist das doch schon all die Mühe wert.

 

Und darum falle ich nicht mehr. Ich erinnere mich daran, dass ich Flügel habe, breite sie aus, und fliege.

 

... vielleicht auch mal die Richtung ändern.
... vielleicht auch mal die Richtung ändern.
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