Schreiben wie Urlaub

Hier war es längere Zeit ruhig, und das hat einen sehr schönen Grund. Ich bin nämlich drei Wochen durch Thailand gereist. Wie nötig ich den Urlaub hatte, hab ich erst gemerkt, als er schon halb vorbei war. Ich habe jede Sekunde genossen. Ein richtiger Traumurlaub, für den ich sehr dankbar bin.

Und ich habe einige Erkenntnisse über das Schreiben und was damit zusammenhängt gewonnen.

In letzter Zeit habe ich mich viel zu sehr unter Druck gesetzt. Ich wollte mehr schreiben, besser schreiben, mehr Leser, mehr Marketing. Ich habe versucht, in der kurzen Zeit, die mir täglich für alles rund ums Schreiben bleibt, ein Pensum zu schaffen, das selbst für viele Berufsautoren zu hoch sein dürfte. Warum?

Weil ich aus den Augen verloren hatte, was ich wirklich möchte und was mich glücklich macht. Ich habe mich zu sehr davon mitreißen lassen, was andere erreichen und wollen und können. Was "man" als Autorin eben so machen soll. Ständig fühlte ich mich unzulänglich. Nicht gut genug. Immer schlechtes Gewissen, weil ich mich nicht genug anstrengte, nicht genug erreichte, einfach zu schlecht war in meinen Augen.

Als ich so zufrieden in der Hängematte lag, wunschlos glücklich, Blick aufs Meer, musste ich überhaupt nichts tun. Ich war einfach nur da und es fühlte sich großartig an.

 

Da fiel mir auf: Ich muss überhaupt nicht nach all dem streben, was als Autorin vermeintlich so üblich ist. Denn ich brauche das nicht.

 

Ich habe das Glück, nicht vom Schreiben leben zu müssen. Ich kann mir den Luxus gönnen, nur das zu schreiben und zu veröffentlichen, was ich will. Mit Verlag oder ohne, das liegt allein in meiner Hand. Ich entscheide es und es hängt nichts davon ab. Auch wenn ich nur noch Flops serviere, passiert nichts Weltbewegendes. Ich kann trotzdem weiter entspannt und glücklich sein und weiterschreiben. Niemand wird mich dafür köpfen.

Schlimmstenfalls würden die Leser meckern und miese Rezensionen schreiben. Naja. Okay. Damit kann ich leben. Ein paar Lesern wird es schon gefallen. Ich bin davon nicht abhängig. Zuallererst muss es mir gefallen, das ist das Wichtigste und das kann mir niemand nehmen. Ich brauche mir den Stress und den Ärger mit Großverlagen und Agenturen nicht anzutun. Warum sollte ich?
Natürlich fallen mir da jetzt schon einige Gründe ein (die Weltherrschaft erlangen, stinkreich werden, tausende begeisterte Leser erreichen etc.), aber das will ich alles gar nicht. Also warum der Stress?

In Zukunft werde ich es so machen:

- Ich veröffentliche weiter beim Dead Soft Verlag. Da fühle ich mich wohl.


- Meine kurzen Romane veröffentliche ich selbst. Zum Beispiel meine Sommerromanzen-Reihe. Das ist eine schöne Abwechslung. Es muss nicht perfekt sein. Ich bin auch nicht perfekt. Ich bin ein Mensch und mache Fehler. Nicht schlimm. Gehört zum Leben.

- Kein Marketingstress. Es macht mir Spaß, Bilder bei Instagram und FB zu posten und mal zu bloggen oder auch mal was zu verlosen. Mach ich alles spontan und planlos und nach Lust und Laune. Warum auch nicht? Es ist meine Freizeit und soll vor allem mir Spaß machen, und wenn andere auch noch Freude dran haben, ist das schön. Wenn ich Lust auf Leserunde habe, mache ich eine. Wenn nicht, dann nicht. Niemand zwingt mich dazu. Ich kann alles selbst entscheiden.

- Ich schreibe, worauf ich Lust habe. Es muss nicht tiefgreifend und stilistisch ausgefeilt und originell und supergut sein. Ich schreibe eben so, wie ich es kann. Es ist gut genug. Ich habe Freude daran, zu lernen und mich zu verbessern. Aber ich bin jetzt auch schon gut. Perfekt oder besser als alle anderen werde ich nie sein und muss es auch nicht. Was für eine Erleichterung. 

So wird es also in Zukunft laufen. Bis jetzt fühle ich mich sehr gut damit.
 

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