Schritt für Schritt

„Jippieh, nächstes Wochenende schreibe ich die letzten fünf Kapitel von meinem neuen Roman. Nächsten Mittwoch könnt ihr ihn kaufen.“

Das werdet ihr wohl niemals von mir lesen können.

 

Jede Autorin* hat ihre eigene Art, zu schreiben. Ihren ganz persönlichen Rhythmus. Und der kann auch noch von Roman zu Roman schwanken.
Ich schreibe zwar recht zügig die Rohfassungen meiner Romane, trotzdem kann ich nicht im Monatstakt Bücher veröffentlichen. Anfang Dezember 2016 habe ich zum Beispiel den First Draft von „Das Lied des Jägers“ beendet. Das heißt aber nicht, dass ihr den Roman nächste Woche lesen könnt. Auch nicht nächsten Monat. Ende des Jahres ist da schon wahrscheinlicher, es könnte aber auch nächstes Jahr werden.

 

Es gibt sicher Autorinnen, die gleich druckreif schreiben und wenige Tage, nachdem sie „Ende“ unter ihr Manuskript gesetzt haben, zur Veröffentlichung schreiten können. Ich gehöre nicht dazu.

 

So sieht der Weg von der ersten Fassung bis zur Veröffentlichung bei mir aus:

 

-          Die Rohfassung lasse ich erst mal liegen, mindestens vier Wochen.

-          Dann überarbeite ich sie und schicke sie an Betaleserinnen. Die brauchen Zeit zum Lesen und Kommentieren.

-          Anhand der Anmerkungen überarbeite ich das Manuskript noch einige Male. Da ich „nebenbei“ einen 41-Stunden-Job habe, geht das auch nicht von heute auf morgen.

-          Zum Schluss lese ich die vorläufige Endfassung auf dem E-Book-Reader und finde immer noch etwas, das ich ändern möchte.

-          Danach geht es auf Verlagssuche. Mit Glück hat ein Verlag Interesse am Manuskript.

-          Das Lektorat nimmt Zeit in Anspruch und das Warten auf einen freien Veröffentlichungsplatz ebenfalls. Da brauche ich schon viel Geduld.

 

Das nur mal als Erklärung, warum ich hier ab und zu fröhlich verkünde, einen Roman beendet zu haben, und ihr ihn trotzdem nicht schon in der folgenden Woche lesen könnt.

 

"Jippieh, die Rohfassung ist fertig. Ich bitte dann mal um Geduld."  :-)

 

*Ich verwende die weibliche Form. Es dürfen sich alle angesprochen fühlen.

 

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