Warum ich den NaNoWriMo liebe

Den was?

Der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo oder einfach NaNo, findet jedes Jahr im November statt. Schriftsteller aus aller Welt widmen diesen Monat dem Schreiben und versuchen, einen kompletten Roman zu verfassen, Mindestwortzahl 50.000. Wenn ihr mehr wissen wollt: https://de.wikipedia.org/wiki/NaNoWriMo

Und warum liebe ich ihn?

Wir schreiben das Jahr 2012. Schon seit Jahren habe ich schreiberisch nichts zustande gebracht außer Fragmenten und hunderten von Romananfängen. Da lese ich das erste Mal etwas über den NaNo und es trifft mich wie ein Blitz: Das ist es! Das ist genau der Schub, den ich brauche, um endlich mal zu Potte zu kommen. Je näher der November rückt, desto aufgeregter werde ich. Den NaNo erlebe ich wie im Rausch. Ich kann nur noch an das Schreiben, an meine Geschichte, denken und merke, was mir in meinem Leben so lange gefehlt hat. An Tag 24 setze ich stolz das Wort „Ende“ unter das fertige Werk, das mit 102.435 Wörtern ein wenig länger als die geplanten 50.000 Wörter geworden ist.

Der NaNo hat mir nicht nur gezeigt, dass ich es schaffe, Romane zu beenden. Er hat mich daran erinnert, wie großartig das Gefühl ist, aus dem Nichts eine eigene Welt zu erschaffen. Wo Ende Oktober nur leere Seiten waren, ist Ende November eine ganze Geschichte, mit interessanten Schauplätzen, liebenswerten Figuren und allem, was mir Spaß macht.

 

Und das ist auch einer der wichtigsten Gründe, warum ich den NaNo liebe:

 

*          Den NaNo schreibe ich nur für mich.

 Seit 2012 hat sich einiges geändert. Ich habe ein paar Bücher veröffentlicht und wenn ich an einer neuen Geschichte schreibe, dann denke ich meist schon darüber nach, wie sie bei Lesern ankommen könnte. Nicht so im NaNo. Der ist für mich Urlaub, und das heißt, die Zielgruppe für meinen NaNo-Roman ist klein. Sie besteht nämlich nur aus mir. Ich denke weder an Leser noch an Verlage, sondern schreibe, was mir persönlich Freude macht. Und wenn das nun mal zwanzig Schenkenbesuche und zehn Verfolgungsjagden sind, dann kommen die alle in den NaNo-Roman. Weil mir das gefällt.

 

*          Den NaNo schreibe ich nicht allein.

Schreiben ist meist ein einsames Geschäft. Zum Glück bin ich in dem besten Autorenforum der Welt, und darum finde ich auch außerhalb des NaNos immer Gleichgesinnte. Doch der NaNo ist noch mal etwas Besonderes. Schon im Oktober geht es los mit der Vorfreude. Wir stellen unsere Romane vor, planen Aktionen wie Überlebenspakete und Covergestaltung, und haben jede Menge Spaß.

 Es ist schon toll: Alle Naniten fangen am 01.11. an und haben ein gemeinsames Ziel: Einen brandneuen Roman anzufangen und im November zu beenden. Weltweit. Die offizielle NaNo-Seite bietet Pep-Talks, Aktionen und Merchandise.

 Dieses Wir-Gefühl trägt mich oft auch über Schreibflauten und ist das, was mir am NaNo besonders gefällt.

 

*          Der November gehört dem Schreiben

 Natürlich habe ich auch im November noch ein Leben außerhalb des NaNos. Aber ich genieße es, den Schwerpunkt auf das Schreiben zu legen, ohne schlechtes Gewissen. Alles andere darf auch mal liegen bleiben, denn während des NaNos geht Schreiben vor. Das gönne ich mir.

 

 

Auf dem Bild seht ihr mein NaNo-Tagebuch 2015 und das passende Essen für Naniten: Buchstabensuppe.
Auf dem Bild seht ihr mein NaNo-Tagebuch 2015 und das passende Essen für Naniten: Buchstabensuppe.

Aber wenn die Naniten jeden Tag so große Wortzahlen raushauen – geht das nicht auf Kosten der Qualität?

Diese Frage kann ich nur für mich beantworten.

Ich habe festgestellt, dass ich am besten schreibe, wenn ich viel in kurzer Zeit schreibe. Dann kann ich richtig in meine Geschichte eintauchen und alle Blockaden hinter mir lassen. Bin ich erst im Schreibflow, setzt das meine Kreativität frei. Der innere Editor kann mich nicht mehr einholen und ausbremsen und das tut der Geschichte gut.

Klar, das ist dann eine Rohfassung, die ich nach dem NaNo noch überarbeiten muss, aber das ist sowieso bei jedem Roman der Fall. Die NaNo-Romane machen mir da nicht mehr Arbeit als andere, für die ich länger gebraucht habe.

Das mag nicht für jeden gelten, aber doch für viele. Ich kann nur sagen: Probiert es aus! Lasst euch überraschen!

 

"Die Sturmfalken von Olbian" sind übrigens im NaNo 2013 entstanden.

 

Ach ja, ich freue mich auch über NaNo-Buddys. Mein NaNo-Name auf der offiziellen Seite ist Meduza.

Hier der Link zur offiziellen Seite: http://nanowrimo.org/dashboard

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon mal am NaNo teilgenommen oder wollt ihr es dieses Jahr das erste Mal wagen? Was liebt ihr am NaNo?

Ich freue mich über eure Kommentare.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Eliza (Montag, 17 Oktober 2016 20:24)

    Habe 2010 zum ersten Mal dran teilgenommen und seitdem jedes Jahr wieder (allerdings unter einem anderen Namen). Der NaNo-Bug ist ansteckend - einmal NaNo, immer NaNo. Ich liebe diesen Rausch der Kreativität!
    Hab dich gleich mal auf meine Buddy-Liste gesetzt :-) Mich findest du unter Eliza_Bauer.

  • #2

    Leann (Montag, 17 Oktober 2016 21:09)

    Hallo Eliza, hab dich auch mal gebuddyt. :-) Ja, der NaNo macht süchtig. Ich freu mich schon das ganze Jahr darauf. Toll, dann machst du sogar schon das siebte Mal mit. Ich wünsche dir viel Spaß!

  • #3

    Tanja Rast (Mittwoch, 18 Oktober 2017 03:10)

    Ich starte dieses Jahr in NaNo Nummer acht. 2010 habe ich mich freundlich überreden lassen, die ÜberrederInnen als plemplem bezeichnet und das Experiment trotzdem gewagt. Ein Monat Ausnahmesituation, Schreibrausch, Arrion und bei mir am Ende ein gelber Smiley-Sixpack vom vielen Lachen - über meinen Helden.
    Seitdem bin ich dabei und freue mich jedes Jahr wieder auf mein Jahresendspektakel.